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G e w a n d u n g e
n A l t e r n |
Wer kennt das nicht: da sitzt man stundenlang vor der Nähmaschine, wird von
seinen "Nicht-Larp-Freunden" ausgelacht, träumt von einem
Hollywood-reifem Kostüm und was kommt am Ende dabei raus? Eine bliztblanke
Karnevalls-Verkleidung. :-)
Dem kann man entgehen, wenn man einige Dinge beachtet. Zur Auswahl der Stoffe
und deren Verarbeitung werde ich an anderer Stelle der Schmiede meinen Senf
ablassen... hier was zum Thema Altern.
1. Möglichkeit:
NIE Waschen, im Dreck wälzen, mit dem Auto rüberfahren.... hmmmm....
2. Möglichkeit:
Zäumt das Pferd von hinten auf. Authentisch sieht Gewandung für unsere Augen
dann aus, wenn sie mittelalterlich wirkt.
Wie war es denn im Mittelalter? Kleidung war teuer, wurde getragen, gepflegt,
getragen, gewaschen, getragen, bekam Löcher und wurde wieder repariert. Und
genau das machen wir jetzt!
Versucht, diese Altersspuren zu imitieren.
- Wascht den Stoff mehrmals in der Waschmaschine, mit richtig fiesem
bleichendem Waschmitel. Bloß kein "Ultra-Color-Sanft", denn das
wollen wir ja gerade nicht!
- Dann erst das Kleidungsstück zusammennähen.
- Gebrauchsspuren bekam Kleidung dort, wo sie am meisten beansprucht wurde.
Zieht sie an und schaut, wo diese Stellen sind. Die Ellenbogen, der Hintern,
die Knie. Diese Stellen bearbeitet Ihr dann mit einer groben Wurzelbürste
oder besser mit Sandpapier.
- Ebenso die Löcher! Löcher entstehen durch Aufreiben an den oben
genannten Stellen. Zieht den Ärmel über ein armdickes Holz oder über ein
PVC-Wasserleitungsrohr aus dem Baumarkt. Nun solange mit Sandpapier (oder
besser ´nem Bandschleifer) darüber gehen, bis Löcher da sind.
- Löcher entstehen auch durch Aufreißen an Ästen, Nägeln oder durch
Schwerter :-). Mit einem Messer einstechen oder besser mit einer Flachzange
eine Ecke Stoff festhalten und ein wunderschönes Dreieck ziehen. So tolle
Formen kriegt man mit ´ner Schere nicht hin :-). Beachtet bitte die
Stellen, an denen diese Löcher entstehen. Durch Gebrauch ausgerissene
Stellen entstehen meist seitlich - dort wo man an den Ästen im Wald auch hängen
bleibt oder ausgewetze Kragen und Ärmelbündchen. Schwerthiebe bitte nur an
Stellen, die in der Regel nicht Euren Tod hätten bedeuten müssen!
- Bis jetzt sieht´s noch doof aus: ausgebleicht und Löcher.... aber noch
nicht nach Hollywood.
- Da Kleidung im Mittelalter teuer war, wurde sie geflickt! Nicht ein
zerrissenes Kleidungsstück sieht echt aus, sondern ein geflicktes! Als
Material für die Flicken sollte auf jeden Fall ein anderes benutzt werden,
als ursprünglich für die Kleidung verwendet wurde - oder auch Leder.
Flicken wurden in den seltensten Fällen vom Schneidermeister angenäht,
sondern dilettantisch per Hand! Flickt Eure Löcher! Nur Bettler hatten
nicht die Mittel, Ihre Löcher zu stopfen.
- Alte Flicken können sich auch an verschiedenen Stellen wieder ablösen...
sehr schön!
- Nun überlegt Euch, was der Charakter schon erlebt hat. Krieger brauchen
Blut! Rotwein aus dem Tetrapack ist ein sehr schönes Mittel. Aber bitte
sparsam!
- Nun wird die "10-Jahres-Suppe" angerührt! Kauft euch MEHRERE
Pakete Tee oder Kaffee (Tee ist billiger) und füllt einen Eimer mit ca. 10
Liter Schwarzem Tee. Dazu noch etwas Batikfarbe, die der
"ehemaligen" Stofffarbe entspricht. Ein bis zwei Tage darin
einweichen lassen. Dann waschen. Jetzt ruhig mit "pflegeleicht",
denn Ihr wollt ja nur die Flecken etwas vermindern und nicht herauswaschen.
Nun braucht Ihr nicht einmal mehr eine Charaktergeschichte - Euer Outfit
spricht Bände!
Mumpitz